| Steigen und Fallen | |
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| Kriterium der ersten Ableitung an einer kritischen Stelle c | |
| Kandidatentest auf [a, b] |
Lektion
Die Theorie — Kriterium der ersten Ableitung
Eine kritische Stelle von f ist ein x, an dem f definiert ist und f′(x) = 0 gilt oder f′(x) nicht existiert. Das Kriterium der ersten Ableitung: Ist f an einer kritischen Stelle c stetig und wechselt f′ dort von + zu −, so ist f(c) ein lokales Maximum; wechselt es von − zu +, ein lokales Minimum; behält f′ das Vorzeichen bei, keines von beiden.
Woher die Formel kommt
- Bestimme f′ und die kritischen Stellen. Löse f′(x) = 0 und nimm jedes x hinzu, an dem f definiert ist, f′ aber nicht (Knick, Spitze). Wo f selbst nicht existiert, etwa an einer Asymptote oder Definitionslücke, wird die Achse ebenfalls zerlegt; dieses x ist jedoch keine kritische Stelle.
- Erstelle die Vorzeichentabelle. Zwischen benachbarten Zerlegungspunkten behält f′ stets dasselbe Vorzeichen; ein einziger Testwert pro Intervall genügt. Auf der Seite siehst du dafür das Plus und Minus im Streifen unter dem Graphen.
- Lies das Steigen und Fallen ab. Wo f′ > 0 ist, steigt f; wo f′ < 0 ist, fällt f. Dahinter steht der Mittelwertsatz: Jede Sekante über dem Intervall hat dieselbe Steigung wie eine passende Tangente in seinem Inneren.
- Klassifiziere jede kritische Stelle anhand der Vorzeichen auf ihren beiden Seiten.
- Auf einem abgeschlossenen Intervall [a, b] mit dort stetigem f liegen absolutes Maximum und Minimum unter den Kandidaten: f an den Rändern a und b sowie an jeder inneren kritischen Stelle. Vergleiche die Funktionswerte; auch ein Rand kann der Extremwert sein.
Aufgaben vollständig gelöst
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Eine kubische Funktion mit Maximum und Minimum 3 Schritte
Bestimme die Intervalle, auf denen f(x) = 2x³ − 3x² − 12x steigt und fällt, und klassifiziere die kritischen Stellen.
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Leite ab, faktorisiere und setze f′ = 0:
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Setze je einen Testwert in jedem Intervall ein, beispielsweise f′(−2) = 24, f′(0) = −12, f′(3) = 24:
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Lies die beiden kritischen Stellen an der Tabelle ab:
Antwort
Steigend auf (−∞, −1) und (2, ∞), fallend auf (−1, 2); lokales Maximum f(−1) = 7 und lokales Minimum f(2) = −20.
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f′ = 0 ohne Vorzeichenwechsel 3 Schritte
Bestimme und klassifiziere die kritischen Stellen von f(x) = x⁴ − 4x³.
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Leite ab und klammere aus:
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Der Faktor x² wird nie negativ, also hat f′ zu beiden Seiten von 0 das Vorzeichen von x − 3:
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Bei 0 legt f also nur eine Rast ein (wie x³ auf der Seite zur Ableitung), während bei 3 ein Extremum liegt:
Antwort
x = 0 ist keines von beiden; f(3) = −27 ist ein lokales Minimum. f fällt auf (−∞, 3) geradewegs durch 0 hindurch und steigt auf (3, ∞).
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Eine Spitze: f′ existiert nicht 3 Schritte
Bestimme und klassifiziere die kritischen Stellen von f(x) = x − 3x^(2/3).
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Leite ab. f′ wird 0, wo der Zähler verschwindet, und existiert nicht, wo der Nenner 0 wird, obwohl f(0) = 0 existiert:
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Die Vorzeichentabelle; der Nenner wechselt bei 0 sein Vorzeichen:
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Beide Stellen sind kritisch und an beiden liegt ein Extremum vor:
Antwort
Ein lokales Maximum f(0) = 0 an einer Spitze, wo f′ nicht existiert, und ein lokales Minimum f(8) = −4. Wer nur f′ = 0 löst, übersieht das Maximum.
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Vorzeichenwechsel an einer Asymptote 3 Schritte
f(x) = x + 4/x². Bestimme, wo f steigt und fällt, und klassifiziere jede kritische Stelle.
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Leite ab. f′ ist 0 bei x = 2 und nicht definiert bei 0, wo auch f keinen Wert hat:
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Zerlege die Zahlengerade an 2 und an 0 und teste jeden Abschnitt:
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f′ wechselt bei 0 von + zu −. Da 0 jedoch nicht im Definitionsbereich von f liegt, ist sie keine kritische Stelle und liefert kein Maximum; der Graph strebt an der Asymptote nach oben. Die einzige kritische Stelle ist 2:
Antwort
Steigend auf (−∞, 0) und (2, ∞), fallend auf (0, 2); ein lokales Minimum, f(2) = 3.
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Eine trigonometrische Funktion auf einem Intervall 3 Schritte
Klassifiziere die kritischen Stellen von f(x) = 2 sin x + sin 2x auf [0, 2π] und finde dort die absoluten Extrema.
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Nutze cos 2x = 2cos²x − 1 und faktorisiere:
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Es gilt cos x + 1 ≥ 0 mit der einzigen Nullstelle bei π; daher entspricht das Vorzeichen von f′ dem von 2cos x − 1, außer bei π selbst:
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Vergleiche die Kandidaten einschließlich der Ränder:
Antwort
Ein lokales Maximum f(π/3) = 3√3/2 ≈ 2,5981, ein lokales Minimum f(5π/3) = −3√3/2 ≈ −2,5981 und π ist keines von beiden. Beide Ränder liefern 0, sodass die beiden Extrema zugleich absolutes Maximum und Minimum sind.
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Kandidatentest: Das Maximum am Rand 2 Schritte
Bestimme das absolute Maximum und Minimum von f(x) = x³ − 3x auf [0, 3].
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f ist ein Polynom und somit stetig auf [0, 3]. Die kritischen Stellen:
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Nur x = 1 liegt im Inneren (0, 3). Berechne f an dieser Stelle sowie an beiden Rändern:
Antwort
Das absolute Maximum ist f(3) = 18 am Rand; das absolute Minimum ist f(1) = −2. Bei x = 3 ist f′ = 24 und nicht 0, genau wie bei der tiefenbegrenzten Schachtel auf der Seite zur Optimierung.
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Keine innere kritische Stelle 2 Schritte
Bestimme die absoluten Extrema von f(x) = x³ + 3x auf [−1, 2].
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Leite ab:
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f steigt also auf dem gesamten Intervall, und als Kandidaten bleiben nur die Ränder:
Antwort
Absolutes Minimum f(−1) = −4, absolutes Maximum f(2) = 14.
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Intervalle an der faktorisierten Ableitung ablesen 2 Schritte
Eine Funktion f hat die Ableitung f′(x) = (x + 2)(x − 1)²(x − 4). Auf welchen Intervallen steigt f und welches sind ihre kritischen Stellen?
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Die kritischen Stellen sind die Nullstellen der Faktoren:
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Ein quadrierter Faktor wird nie negativ und ändert das Vorzeichen nicht; die beiden anderen Faktoren tun es:
Antwort
Steigend auf (−∞, −2) und (4, ∞), fallend auf (−2, 4); ein lokales Maximum bei −2, ein lokales Minimum bei 4 und x = 1 ist keines von beiden. Ein Funktionsterm für f war gar nicht nötig.
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Weitere Aufgaben, nur mit Lösungen
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Klassifiziere die kritischen Stellen von f(x) = x³ − 12x.
Ergebnis anzeigen
lokales Maximum f(−2) = 16, lokales Minimum f(2) = −16
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Wo steigt und fällt f(x) = x e^(−x)?
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steigend auf (−∞, 1), fallend auf (1, ∞); lokales Maximum f(1) = 1/e ≈ 0,3679
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Bestimme und klassifiziere die kritischen Stellen von f(x) = |x² − 4|.
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lokale Minima f(−2) = f(2) = 0 an Knicken; lokales Maximum f(0) = 4
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Klassifiziere die kritischen Stellen von f(x) = x/(x² + 1).
Ergebnis anzeigen
lokales Minimum f(−1) = −1/2, lokales Maximum f(1) = 1/2
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Bestimme die absoluten Extrema von f(x) = x⁴ − 2x² auf [−2, 3].
Ergebnis anzeigen
absolutes Maximum f(3) = 63; absolutes Minimum −1 bei x = −1 und x = 1
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Bestimme die absoluten Extrema von f(x) = x − 2 sin x auf [0, π].
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absolutes Minimum f(π/3) = π/3 − √3 ≈ −0,6849; absolutes Maximum f(π) = π
Lernpfad
Was f′ und f″ über einen Graphen verraten
Quellen (3)
- The definition of a critical number (f′(c) = 0 or f′(c) undefined), the extreme value theorem (Theorem 4.1), Fermat's theorem (Theorem 4.2) and the strategy for absolute extrema on a closed interval that the candidates table follows: evaluate f at the ends and at the critical points inside, and compare: G. Strang and E. Herman, Calculus Volume 1, OpenStax (2016), section 4.3, “Maxima and Minima”.
- The first derivative test (Theorem 4.9), and Corollary 3 of the mean value theorem: f′ > 0 on an interval makes f increasing there: G. Strang and E. Herman, Calculus Volume 1, OpenStax (2016), section 4.5, “Derivatives and the Shape of a Graph”.
- Insight block 1: Darboux's memoir of 1875 on discontinuous functions, where a derivative is shown to take every value between any two of its values, continuous or not: G. Darboux, “Mémoire sur les fonctions discontinues”, Annales scientifiques de l'École Normale Supérieure, 2e série, 4 (1875), 57–112.